Einfach Bonn

Thursday, June 22, 2006

Du bist...

...keine Hauptstadt mehr. Weil Du im Grunde genommen doch ein Dorf bist. Aus Trotz baust Du Dir jetzt Dein eigenes Denkmal und lässt jeden, der Dich ansteuert, wissen, dass Du jetzt "Bundesstadt" bist.

Du bist...

...die Südkurve, in der die WM erst richtig Spaß macht. Weil Du meinen schüchternen kleinen Bruder aus sich herausgehen lässt. Und er noch mit erhobenen Armen beseelt die Treppen zu meiner Wohnung hinaufsteigt, wenn wir schon längst zu Hause sind.

Du bist...

...ein netter junger Mann, der in der Seminarbibliothek zur Türe springt und sie mit dem Hinweis "Madame, darf ich helfen?" aufhält, wenn ich mal wieder zu viele Bücher auf meinen Arm geladen habe. Du siehst vielleicht nicht so aus, aber Deine Umgangsformen können sehr schön sein.

Du bist...

...Beuel.
Das ist Deine Sonnenseite. Sie lässt Du gerne ein bisschen länger bescheinen. Und eigentlich lässt Du Dich von dieser Seite noch schöner anschauen, nachts, wenn die Lampen sich im Rhein spiegeln und das Wasser sanfte Wellen schlägt.

Du bist...

... das Historische Seminar, das sich erhaben dem Rhein entgegenbrüstet.
In Dir kann man zwischen meterhohen Regalen sitzen, die das Wissen ungezählter Köpfe tragen. Dann sieht man bestenfalls auf den Rhein, der die Gedanken über die Seminararbeit mit sich treiben lässt. Und schlechtestenfalls in den grünen Garten.

Du bist...

...alle mal malen
Ein verschrobener alter Mann, der am Ende des Tages in seinem abgewetzten Jackett durch die Kneipen und Spelunken zieht. Jedem Gast bietest Du immer die drei gleichen Worte an: "Alle mal malen?"

Bonn,

es hat lange gedauert, so ungefähr genau zweieinhalb Jahre - aber jetzt mag ich Dich. Wirklich. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Deshalb wird das hier eine Zuneigungserklärung werden.
So nach und nach.